Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2012
Bettfedernfabrik Werner & Ehlers 1890-1990 | Creditverein Linden 1890
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Lindener Gewerbe- Handel und Industriebetriebe

1890-1990 Bettfedernfabrik Werner & Ehlers
1890 Creditverein Linden, ab 1906 Lindener Creditbank eGmbH, ab 1940 Lindener Volksbank eGmbH

1890-1990 Bettfedernfabrik Werner & Ehlers

Die Firmengeschichte der Bettfedernfabrik Werner & Ehlers begann 1861 in der List. Der Kaufmann Theodor Wilhelm Werner (1835-1876) gründete die Firma für den Handel mit Bettfedern, bereits nach einem Jahr tat er sich mit dem Kaufmann Johannes Ehlers (1923-1867) zusammen.

Zum Handel mit Bettfedern kam die Reinigung und Veredelung der Federn hinzu. Es wurden importierte Rohfedern mechanisch von Staub und von Schmutz gesäubert, nach Qualität sortiert und dann gedämpft. Ab 1875 übernahm Werners Neffe August Werner (1845–1916) die Fabrik. Unter seiner Geschäftsführung expandierte die Firma und führte die Nassreinigung ein.

Für die neuen Waschmaschinen reichte das vorhandene Gelände in der List (Kirchwenderstraße 6) nicht mehr aus, zudem wurden erhebliche Mengen an frisch Wasser benötigt. So wurde der Betrieb an das Ihme-Ufer, in die spätere Gummistraße 8-12 nach Linden verlegt.

Blick von der Ihmebrücke | 11.03.1899

Die neue Fabrik nahm 1890 mit einer 120-PS-Dampfmaschine die Produktion auf. 1914 wurde eine neue Dampfmaschine der Firma Gebr. Sulzer AG aus Winterthur, Schweiz gekauft. Die 700 PS starke Dampfmaschine war eine Tandem-Verbund-Gleichstromdampfmaschine, für Seiltrieb und hatte einen automatischen Regler für die neue Zwischendampfentnahme.

Von den Luftangriffen auf Hannover während des Zweiten Weltkriegs war Werner & Ehlers dreimal betroffen. In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 1941 trafen mehr als 30 Brandbomben die Fabrikgebäude. Der Schaden blieb jedoch gering. Am 8. und 9. Oktober 1943 wurde die Fabrik doch schwer getroffen, weitere Zerstörungen brachte ein Angriff am 18. Oktober 1943. Nur die Wasseraufbereitung, das Pförtnerhaus und das Kesselhaus mit dem Schornstein blieben erhalten.

1948 verfügte man bereits wieder über 12 Sortiermaschinen und plante den Neubau von Expedition und Verwaltungsgebäuden. Die Verwaltung und Warenannahme wurde im Jahr 1948/49 fertiggestellt. 1954 wurde der Bau einer zweistöckigen Versand- und Lagerhalle realisiert. Die Lagerhalle steht heute ebenso wie das Kesselhaus mit Schornstein und die Fabrikmauer an der Leinaustraße unter Denkmalschutz. Mit dem Konkurs 1990 endete weitgehend unbeachtet eine 129-jährige Tradition der Federnveredelung in Hannover und speziell in Hannover-Linden. Der noch vorhandene Maschinenpark wurde an eine ungarische Firma verkauft. Seit 1991 befindet sich auf dem Gelände das Kulturzentrum FAUST e.V.

1890 Credit-Verein Linden, ab 1906 Lindener Creditbank eGmbH, ab 1940 Lindener Volksbank eGmbH

Am 27. März 1890 gründeten 34 Lindener Bürger den Credit-Verein Linden eGmbH. Als Sitz des Credit-Vereins wurde die Privatwohnung des 1. Bankdirektors Adolf Schlüter an der Deisterstraße 74, Ecke Posthornstraße genutzt. Ab Ostern 1892 wurden die Geschäftsräume in das Gebäude der Eheleute Adolf Meyer an der Falkenstraße 9, am Lindener Marktplatz verlegt.

Ab 1898 zog man in das Gebäude Deisterstraße 13, des Aufsichtsratsmitglied Carl Lange, der dort eine Export und Import Zigarrenhandlung betrieb. Die Bank blieb dort bis Mitte 1914. Im Jahr 1906 beschließen die Mitglieder den Lindener Credit-Verein in Lindener Creditbank umzubenennen.

Um einen weiteren Wechsel der Geschäftsräume zu verhindern, beschloss der Creditbank-Vorstand 1914, den Geschäftsbetrieb in ein eigenes neues Gebäude unterzubringen. Im Erdgeschoss des Gebäudes Minister-Stüve-Straße 18 bezog die Bank die modern eingerichteten und einbruchsicheren Geschäftsräume. In der Deisterstraße blieb die Spareinzahlungsstelle.

Lindener Creditbank - Deisterstraße 13 | 1913

Posthornstraße - Deisterstraße 74 | 17.01.1921

Lindener Creditbank e.G.m.b.H. Hannover | 24.01.1922

Aus der Lindener Creditbank wird die Lindener Volksbank eGmbH

Seit 1940 heißt die Lindener Creditbank nun Lindener Volksbank eGmbH. Während des Zweiten Weltkriegs wird das Gebäude in der Minister-Stüve-Straße 18, größtenteils zerstört. 1954 beschließt die Bankverwaltung das Trümmergrundstück der Firma Friedrich Bähre (Holzverarbeitungsbetrieb) in der Minister-Stüve-Straße 22 zu kaufen und dort die neue Hauptgeschäftsstelle zu errichten. Nach Plänen des Architekten P. H. Tenge wird im Juli 1955 mit dem Bau begonnen und am 15. Mai 1956 findet die Einweihung statt. 1965 unterhält die Bank sieben Geschäftsstellen in und um Hannover und feiert ihr 75-jähriges Bestehen.

Lindener Volksbank e.G.m.b.H. Hannover | 10.05.1944

Lindener Volksbank eG. (Minister-Stüve-Straße) | 1965

Fusion mit der Hannoverschen Volksbank eG

Vor der Fusion mit der Hannoverschen Volksbank eG. 2003 zählte die Lindener Volksbank eG. 23 Standorte, 62.000 Kunden (davon 23.976 Mitglieder), 252 Mitarbeiter und hatte eine Bilanzsumme von 781 Mio. Euro. Die Geschäftsstelle der Lindener Volksbank eG. in der Minister-Stüve-Straße 22 heißt heute KompetenzCenter.

 

Lindener Volksbank e.G.m.b.H. - Bank und Sparkasse...

Literatur- und Quellenverzeichnis

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Geschichte der Stadt Hannover I/II | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
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Linden - Ein Führer für Fremde und Einheimische | Rektor Haase II | H. Ellermann-Verlag Hannover | 1906
Linden - Geschichte einer Industriestadt im 19. Jahrhundert | Walter Buschmann
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Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart
| Dr. Klaus Mlynek,
Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
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