Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2015
Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden
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Ateliers und Fotografen | Fotografinnen aus Hannover und Linden-Limmer

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Atelier - Hans Meyer und Otto Kamm | Linden  

Atelier - Nöthel & Deike | Linden  diverse | Linden-Limmer

Photographischer Verein zu Hannover und Linden | Fotografische Gesellschaft zu Hannover von 1903 e.V.

Der Photografische Verein zu Hannover und Linden war durch Dr. phil. Julius Knoevenagel (1832-?) und Georg Alpers jun., als Interessenvertretung in Hannover gegründet worden. Über die Anfänge des Photographischen Vereins zu Hannover und Linden ist wenig bekannt, vermutlich wurde er 1888 geründet.

Um 1890 meldeten die Photographischen Mitteilungen (Vereinsorgan des Photographischen Vereins zu Berlin):

„Wir freuen uns, unseren Lesern von der Gründung eines photographischen Vereins in Hannover berichten zu können. Derselbe, durch Herrn Dr. Knoevenagel ins Leben gerufen, besteht bereits seit 1/2 Jahr. Wir wünschen dem jungen Vereine ein glückliches Gedeihen und hoffen, dass die Photographen anderer großer Städte dem Beispiele der Hannoverschen Kollegen folgen werden. Gegenseitiger Meinungsaustausch kann der Entwicklung unserer Kunst im Allgemeinen sowie dem Interesse jedes Einzelnen nur förderlich sein.“

Anfang der 1890er-Jahre gehörten gut zehn Berufsfotografen aus Hannover und Linden, dem Deutschen Photographen-Verein (gegr. 1876) mit Sitz in Weimar/Thüringen an. Nachdem sich der Photographische Verein zu Hannover und Linden am 16. Juni 1902 in einer außerordentlichen Sitzung vor der Handwerkskammer Hannover, als funktionierende Berufsvertretung vorstellte, und auch als solche anerkannt wurde, wurde der Hoffotograf Alexander Möhlen auf der ersten Generalversammlung, der in und um Hannover tätigen Berufsfotografen am 26. Januar 1903 im Hotel Rheinischer Hof in Hannover zum 1. Vorsitzendes des Vereins gewählt.

Fotografische Gesellschaft zu Hannover von 1903 e.V.

Um 1900 spaltete sich der Photographische Verein zu Hannover in Berufs- und Amateurfotografen. Dies führte 1903 zur Gründung des „Vereins für Amateurfotografie“, der sich am 1. Januar 1906 umbenannte in „Fotografische Gesellschaft zu Hannover“. Als führender Amateurverein in Norddeutschland veranstaltete die Gesellschaft im Oktober 1908 im Künstlerhaus die „1. Niedersächsische Fotografische Ausstellung“. Im Künstlerhaus unterhielt der Verein bis 1943 auch eigene Klubräume (durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstört) und einen Vortragssaal.

Nach der Auflösung des Vereins wurde die Fotografische Gesellschaft 1946 neu gegründet. Im März/April 1952 wurde anlässlich des 50-jährigen Bestehens eine große Jubiläumsausstellung im Neuen Rathaus der Öffentlichkeit präsentiert. Bis heute pflegt die Fotografische Gesellschaft zu Hannover die Farbbild- und Diafotografie und veranstaltet örtliche Bilderschauen. Seit 1999 werden regelmäßige Veranstaltungen im Freizeitheim Vahrenwald der Landeshauptstadt Hannover durchgeführt. Der Verein ist Mitglied im Deutschen Verband für Fotografie und im Niedersächsischen Heimatbund.

Atelier Georg Alpers jun. | Georg Alpers sen. | Ernst Alpers

Georg Alpers jun. betrieb laut Adressbuch von 1897, in der Heinrichstraße 63, in der Hannover-List, eine Kunstanstalt für Photographie, Lichtdruck, Photolitographie, Autotypie und Zinkätzung. Auch Privat wohnte er dort, in der I. Etg. Inhaber der Firma war allerdings zu dieser Zeit sein Vater Georg Alpers sen., der auch im Haus wohnte. Später zog man mit der Firma in die Bahnhofstraße 1, in die Stadt-Mitte um.

1888 war Georg Alpers jun. Mitbegründer des Photographischen Vereins zu Hannover und Linden. Um 1910 veröffentlichte er ein Leporello mit dem Titel Bilder aus Hannover, den Titel Hoflieferant erwarb er um 1914. Als Hoflieferant produzierte er Ansichtskarten mit Abbildungen verschiedener Lokomotiven der Hannoverschen Maschinenbau-Actien-Gesellschaft, vormals Georg Egestorff (heute: HANOMAG AG); auf den Karten waren technische Details der Zugmaschinen aufgedruckt sowie Auflage und Herstellungsjahr und eine Nummerierung der Ansichtskarten, die so zum Sammeln angeboten wurden.

Georg Alpers jun. wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 1889 in Weimar, 1890 in Eisenach, Bremen und Groningen. 1891 in Dresden, 1892 in Wiesbaden, 1894 in Frankfurt, 1896 in Trier, 1897 in Hannover, Frankfurt, und Freiburg. Und 1900 auf der Weltausstellung in Paris/Frankreich sowie 1901 nochmals in Hannover mit einer goldenen Medaille.

Der Maler, Zeichenlehrer und Fotograf Ernst Alpers, vermutlich der Vater von Georg Alpers sen. und Großvater von Georg Alpers jun. war laut Adressbuch von 1866 in der Leinstraße 4 b. und laut Adressbuch von 1868 und 1872 in der Langen Laube 25 mit seinem Atelier ansässig.

Atelier Friedrich Astholz jun.

Friedrich Astholz jun. betrieb in der Meterstraße 11, in der Hannover-Südstadt, ein Atelier für Fotografie. Später war er auch Besitzer eines Kunstverlages und Herausgeber sowie Verleger eigener Ansichts- und Bildpostkarten. Friedrich Astholz jun. war auch Besitzer der Immobilie Meterstraße 11 und wohnte dort mit seiner Frau Dora und seiner Tochter Frieda in der I. Etg.

Sein Vater Friedrich Astholz sen. war laut Adressbuch von 1849, Kleidermacher und hatte sein Geschäft auf der Insel 1, 1866 und 1868 in der Leinstraße 23, und 1872 Am Graben 6, alle in der Hannover-Altstadt.

Nachdem Friedrich Astholz starb, wird laut Adressbuch von 1928/29, 1934 und 1938 seine Tochter Fräulein Frida Astholz als Besitzerin der Immobilie und Inhaberin des Kunstverlages aufgeführt, sie wohnte in der III. Etg. Auch die Ehefrau Dora Astholz wohnte noch im Haus, in der II. Etg. Im Adressbuch von 1941 wird dort der Kunstverlag und die Ansichtskartengroßhandlung von Fräulein Frida Astholz erwähnt, die Mutter Dora ist wird nun nicht mehr aufgeführt.

Atelier Carl Hermann Bartels

Im Adressbuch von 1868 und 1872 wird er in der Lange Laube 2 geführt. Carl Hermann Bartels stand in Verbindung mit der 1774 gegründeten Freimaurerloge "Zum Schwarzen Bär", deren Ansprachen er 1884 aufzeichnete. Die Ansprachen wurde 1884 dann auch im Meineke Verlag verlegt - "Ansprachen gehalten in der Loge Zum Schwarzen Bären im Orient Hannover, 1884".

Atelier Wilhelm August Degèle (1820-?)

Wilhelm August Degèle wurde am 7. Februar 1820 in Hannover geboren und war Mitglied im Photographischen Verein zu Hannover und Linden. Er war Daguerreotypist, Tanzlehrer und Herausgeber. Im Adressbuch von 1850 wird er in der Koebelingerstraße 20 in der Hannover-Altstadt als Daguerreotypist und ab 1852 auch als Fotograf geführt. Später befand sich sein Atelier in der Friedrichstraße 6 in Hannover, in der Nähe des Wohn- und Geschäftshauses des Fotografen Karl Friedrich Wunder (1849-1924). Bis 1886 wird Wilhelm August Degèle als Fotograf und Tanzlehrer, im Adressbuch von 1887 aber nur noch als Tanzlehrer aufgeführt, ab 1888 wird kein Beruf mehr genannt.

Fotografische Kunst-Anstalt Julius Giere (1807-1880)

Julius Giere ist vermutlich ein Sohn des Hannoverschen Miniaturmalers und Kupferstechers in Schabkunst Johann Christoph Franz Giere, geboren in Hamburg am 17. August 1774, gestorben in Hannover am 17. März 1825.

Er war spätestens von 1831 an in Hannover tätig, wohnte nachweislich 1842 als Hofsteindrucker in der Burgstraße und betrieb die ab 1831 nachgewiesene Hof-Steindruckerei Julius Giere. Die Hof-Steindruckerei Giere war bekannt für die Herstellung der Porträts von Schauspielern, Schriftstellern und Angehörigen des Hochadels und des Könighauses Hannover.

Er verwendete fremde Vorlagen oder eigene Zeichnungen und Entwürfe. Er schuf und verlegte auch Ortsansichten, Ortspläne, Grafiken für aktuelle Anlässe und Reproduktionen von historischen Gemälden. Er gab Lithografien für den Kunstverein Hannover heraus, die eine weite Verbreitung fanden. Als einer der Ersten nutzte er die Daguerreotypie als neues Verfahren der Fotografie und betrieb die Fotografische Kunst-Anstalt Julius Giere in der Sophienstraße 5 gegenüber dem Künstlerhaus.

Carte-de-Visite von Julius Giere um 1860

Photographie- u. Maler-Atelier Hermann Günter

Das Atelier von Hermann Günter befand sich laut Adressbuch von 1868 und 1872 in der Marienstraße 2, wo er mit seinem Bruder, der Maler war, zusammenarbeitete. Laut Adressbuch von 1897 führte seine Witwe Karin Günter, geb. Schlué das Photographie- und Maler-Atelier Günter in der Marienstraße weiter. Eines seiner bekannteren Werke ist eine Fotomontage von 1866 mit gefallenen Soldaten aus der Schlacht bei Langensalza, 1866.

Ludwig Hemmer (?-1925)

Ludwig Hemmer war Drucker und Grafiker in Hannover. Der Unternehmer, Fotograf und Verleger von Ansichtskarten vertrieb seine Werke im Lichtdruckverfahren. Seine Firma war unter dem Namen L. Hemmer bekannt.

1876 gründete ein gewisser Herr Hammer (?-1899) die Graphische Kunstanstalt in Hannover. 1897 wurde Ludwig Hemmer Teilhaber der Firma, die dann als „Hammer & Hemmer“ firmierte. Die Geschäftsräume befanden sich laut Adressbuch von 1897 in der 1888 angelegten Arnswaldtstraße 13 in der Hannover-Südstadt. 1902 wurde der Gründer Hammer bei einer Erwähnung der Firma nicht mehr genannt. Die Firma trat nun in Werbeanzeigen mit dem Firmenlogo [LH] in einem Quadrat und den Überschriften „Ludwig Hemmer, Graphische Kunstanstalt - Lichtdruck, Buchdruck, Klischees, Entwürfe, Zeichnungen, Gebrauchsgrafiken und Werbekunst“ auf.

Die Kunstanstalt stellte u. a. die „Druckstöcke der Textabbildungen für das Buch „Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover“, herausgegeben im Auftrag der Provinzial-Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Denkmäler in der Provinz Hannover von Dr. phil. Carl Wolff (1860-1929), Stadtbaurat, Bd. III (Regierungsbezirk Lüneburg), 1. Kreise Burgdorf und Fallingbostel, mit 2 Tafeln und 62 Textabbildungen, Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Theodor Schulze's Buchhandlung, Hannover her.

Nach dem Tod Ludwig Hemmers ging die Firma 1925 auf Walter Hemmer, vermutlich sein Sohn, über. Laut Adressbuch von 1928/29 wohnte Walter Hemmer auch in der Arnswaldtstraße 13, 1 Etg. In den Adressbüchern von 1934, 1938 und 1942 ist der Name Hemmer nicht mehr vorhanden.

Atelier Ferdinand Liebsch (1816-1905), Hof-Porzellanmaler und Fotograf

Ferdinand Liebsch wurde am 21. Januar 1816 in Hannover geboren. Er betrieb in der Calenberger Straße 23 (Calenberger-Neustadt) eine Glas- und Porzellanwarenhandlung. Ab 1860 betrieb er dann in den Geschäftsräumen eine der ersten „Photographischen Anstalten“ Hannovers.

Neben seiner Tätigkeit als Hof-Porzellanmaler schuf Ferdinand Liebsch auch Landschafts- und Genregemälde sowie Buchillustrationen. Als Fotograf fertigte er hauptsächlich Porträtfotos an, fotografierte aber auch Alltagsszenen. 1865 wurde Ferdinand Liebsch auf der ersten in Deutschland stattfindenden Internationalen photographischen Ausstellung in Berlin mit einer Medaille des Photographischen Vereins zu Berlin ausgezeichnet. Am 4. Dezember 1905 starb Ferdinand Liebsch mit fast 90 Jahren in Hannover.

Hoffotograf Eugen Lulves

Eugen Lulves wurde erstmals 1860 im Adressbuch der Stadt Hannover aufgeführt. 1859 entstand sein Buch ''Zwölf Ansichten der sechsten Gewerbe Ausstellung in Hannover". Von dieser letzten Ausstellung im Königreich Hannover nahm Eugen Lulves insgesamt zwölf Fotografien auf, die als Salzdrucke in einem Album des Hofbuchhändlers Victor Lohse Bezug nahmen auf den Kronprinzen Ernst August von Hannover (1845-1923).

1863 wurde er Hoffotograf des Königshauses Hannover. Weshalb er Hoffotograf wurde, ist nicht bekannt. Im gleichen Jahr bot er in der Neuen Hannoverschen Zeitung ein Album von 1813 mit 16 abfotografierten Porträts berühmter Männer aus der Zeit der Freiheitskriege (1813 bis 1815) zum Kauf an.

Um 1865 befand sich Eugen Lulves Atelier in der Nicolaistraße 5, neben dem Odeon-Konzertgarten und laut Adressbuch von 1868 danach in der Bahnhofstraße 13. Im Adressbuch von 1872 ist Eugen Lulves nicht mehr zu finden.

Hof-Theater - E. Luves Hof-Phot.
Nicolaistraße 5 | 1875

Atelier Albert Meyer (1857-1924)

Albert Meyer wurde am 27. Februar 1857 in Klotzsche bei Dresden geboren. Er betrieb erfolgreich Photographische Ateliers in Berlin und anderen deutschen Städten und wurde bekannt als Fotograf der Olympischen Spiele 1896 in Athen.

Albert Meyer erhielt je eine Gold- und eine Silbermedaille auf internationalen Fotoausstellungen, zehn Orden und Medaillen von europäischen Fürstenhäusern (um die er sich in einem umfangreichen Schriftwechsel bemüht hatte) und insgesamt drei „Hofprädikate“. 1901 verkaufte er seine Ateliers in Berlin und siedelte nach Hannover über. 1902 eröffnete er dort ein Atelier in der Georgstraße 24., gegenüber dem Königlichen Theater (heute Opernahaus) das bald einen festen Platz im gesellschaftlichen Leben der Stadt einnahm. Das Atelier hatte etwa 20 Räume, darunter zwei Labors. Zwei Empfangsdamen begrüßten die Gäste; Fotografen, Lehrlinge und ein angestellter Buchbinder erledigten die Aufträge. Im Erdgeschoss des Atelierhauses gab es außerdem noch „Meyer's Wärmehalle“.

1903 war Albert Meyer Mitglied im Photographischen Verein zu Hannover und Linden und wurde von den Mitgliedern im Januar zum Kassenwart des Vereins gewählt.

Geschäftshaus der Firma Albert Meyer.
Inhaber Hofphotograph Hugo Julius. | 25.11.1918

1904 wurde Hugo Julius (1870-1949) Teilhaber des Ateliers in Hannover. 1912 verkaufte Albert Meyer seinen Betrieb komplett an Hugo Julius, der führte den berühmten Firmennamen - Albert Meyer - weiter mit dem Zusatz „Inhaber: Hugo Julius“. Albert Meyer zog 1915 zurück in seine Heimatstadt Dresden. Hier begannen die unglücklichen Jahre seines Lebens. Sein Sohn, auf den er große Hoffnungen setzte, wurde als Soldat im Ersten Weltkrieg getötet. Während der Inflation 1923 verlor er sein gesamtes Vermögen. Albert Meyer starb verarmt am 24. August 1924 in Dresden.

 

Hugo Julius (1870-1949)

Hugo Julius wurde am 15. September 1870 in Hamburg geboren. Nach seiner Fotografen-Lehre bei seinem Onkel Ignaz Julius, der in Hamburg in der Straße Große Bleichen ein eigenes Atelier betrieb, ging er auf Wanderschaft und blieb dann in Hannover.

1900 heiratete er Clara Abbelona Koch. 1904 wurde er Teilhaber am renommierten Atelier des Hoffotografen Albert Meyer in Hannover. Während seiner Teilhaberschaft mit Albert Meyer bekam das Ehepaar Julius drei Kinder: Ilse Julius (1907-?), Kurt Julius (1909-?) und Käthe Julius (1910-?). Tochter Käthe heiratete später den Filmregisseur Rudolf Jugert (1907-1979). 1912 kaufte Hugo Julius von Albert Meyer auch dessen Anteile und wurde damit zum Alleininhaber, führte aber den berühmten Firmennamen „Albert Meyer“ jedoch weiter mit dem Zusatz „Inhaber: Hugo Julius“.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Atelier in der Georgstraße 24 durch Luftangriffe zerstört. Auch das Ausweichatelier im Nachbargebäude, mittlerweile von seinem Sohn Kurt Julius geführt, wurde im Oktober 1943 durch Bomben zerstört. Hugo Julius verstarb nach kurzer Krankheit am 21. Mai 1949 in Hannover.

Hoffotograf Alexander Möhlen

Alexander Möhlen war mit Emma Möhlen verheiratet und betrieb laut Adressbuch von 1897 seit dem 19. Januar 1892 sein Atelier in der Landschaftsstraße 4, in Hannover-Mitte. Die Familie hatte dort auch ihre Privatwohnung, in der II. Etg. Später zog man privat in die Brunestraße 7 (heute ein Teil der Güntherstraße), nach Hannover-Döhren um.

Alexander Möhlen war Hoffotograf des Fürsten von Schaumburg-Lippe und wurde auf der der ersten Generalversammlung des Photographischen Vereins zu Hannover und Linden am 26. Januar 1903 zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt. 1907 übernahm er das Hildesheimer Atelier des Fotografen Carl Kesselhuth in der Kaiserstraße 44 und betrieb es als Filiale. Laut Adressbuch von 1928/29, 1934 bis 1941/42 war nun Alexander Möhlen jun. Inhaber des Ateliers, jetzt Georgsplatz 2 (von 1933 bis 1945 umbenannt in Rustplatz) in Hannover-Mitte.

Fotografisches Atelier und Vergrößerungsanstalt August Nolte

August Nolte gründete sein fotografisches Atelier 1898 im Gebäude am Holzmarkt 6 in der Hannover-Altstadt. Während das Atelier anfänglich nur einen Teil des Eckgebäudes an der Pferdestraße nutzte, expandierte man später auch in das Erdgeschoss des Hauses Holzmarkt 6.

Spätestens bis 1927 hatte sich August Nolte auf Kinder- und Porträtfotografie spezialisiert, er betrieb darüber hinaus je eine Abteilung für Architektur- und Landschaftsfotografie. Außerdem vertrieb das Atelier Ansichtskarten sowie Alben mit Fotoreproduktionen im Lichtdruckverfahren.

Das Atelier hatte im Laufe der Zeit einen so guten Ruf und Bekanntheitsgrad erreicht, dass das Gebäude am Holzmarkt 6 (heute: Holzmarkt 4) schließlich den Namen Noltehaus erhielt.

Auf der Ansichtskarte rechts ist das Noltehaus, rechtes, hohes Eckgebäude mit Erker in der Mitte, zu sehen.

Am Holzmarkt | 05.06.1914

Atelier Adolf L. Solling

Das Atelier Adolf L. Solling befand sich in der Fischerstraße 2, in Hannover-Herrenhausen, und wurde vermutlich vor 1849 gegründet. Er bot schon 1850 sowohl die Anfertigung für Lichtbild-Porträts auf Silberplatten (Daguerreotypien) sowie auf Papier an, und zwar schwarz-weiß und koloriert. Adolf L. Solling war auch Mitglied des königlichen Hoftheaters. Später wurde auch sein Sohn Moritz, 1868 wohnhaft in der Hagenstraße 4, II. Etg. Mitglied des Theaters.

Hoffotograf Emil Tiedemann | Hoffotografin Anna Tiedemann

Bereits um 1868 betrieb Emil Tiedemann ein Fotostudio am Richtweg 12 in der Hansestadt Bremen. Auch in Dessau/Sachsen-Anhalt (Akensche Straße 4) und in Brake/Niedersachsen an der Weser betrieb er zwischen 1866 und 1876 Ateliers. Er war Hoffotograf der Prinzessin von Preussen Marie von Sachsen-Weimar-Eisenach (1808-1877), der Herzogin Agnes von Sachsen-Altenburg (1824-1897), des Herzogs Maximilian Emanuel von Bayern (1849-1893) und der Prinzessin von Preussen Marie von Sachsen-Altenburg (1854–1898).

Das Atelier von Emil Tiedemann in Hannover befand sich laut Adressbuch von 1897 am Ernst August Platz 5 - Ecke Schillerstraße, am Hauptbahnhof. Das Studio war in zwei nebeneinanderliegenden Gebäuden untergebracht. Ein früheres Atelier in Braunschweig/ Niedersachsen (Am Bohlweg 66), hatte Emil Tiedemann vermutlich an einen Nachfolger verkauft: Das Geschäft wurde 1899 unter seinem Namen von einem anderen Inhaber, H. Zieger, betrieben.

Emil Tiedemann erhielt 1868 eine Medaille auf der „zweiten Ausstellung photographischer Arbeiten“ in Hamburg durch den Photographischen Verein Hamburg und in Bremen eine silberne Medaille. 1876 bekam er das Goldene Kreuz der Stadt Utrecht in den Niederlanden und wurde außerdem in der Lutherstadt Eisenach/Thüringen prämiert. Nach seinem Tod wird seine Witwe die Hoffotografin Anna Tiedemann, geb. Herzog im Adressbuch von 1897 als Inhaberin des Ateliers, und später mit neuer Geschäftsadresse in der Georgstraße 14, II. Etg. geführt.

Photographisches Atelier der Familie Wunder

Atelier für Photografie Carl Thies | Hannover und Linden

Carl Thies betrieb bereits um 1875 bis 1878 ein Atelier für Fotografie mit seinem Kompagnon Nordahl unter dem Namen Thies & Nordahl. Die Firma war in der Deisterstraße 1, an der Ihmebrücke in Linden ansässig. Ein weiteres Atelier gab es in der Höltystraße 13 nahe dem Aegidientorplatz in Hannover. Die Arbeiten der beiden Geschäftsinhaber wurden 1878 auf der Allgemeinen Gewerbeausstellung der Provinz Hannover, in der Ausstellungs-Zeitung gewürdigt. Ab 1880 betrieb Carl Thies sein Atelier als alleiniger Inhaber.

Der Fotograf und Papierwarenhändler Leonhard Wachenfeld (1868-1941) arbeitete von 1888 bis 1911 im Atelier Thies. Auch der Regisseur und Kameramann Friedrich Paulmann (1878-1958) ging von 1893 bis 1897 bei Carl Thies in die Fotografenlehre.

CDV (Carte de Visite) | KAB (Kabinettfoto) Archiv - Atelier Carl Thies

Photographische Anstalt Fritz und Georg Walkenhorst | Hannover und Linden

Die Photographische Anstalt von Fritz Walkenhorst befand sich schon vor dem Jahr 1895 in der Ihmebrückstraße 2 a. (später Deisterstraße 2), in Linden, Am Schwarzen Bär. Privat wohnte Fritz Walkenhorst laut Adressbuch von 1897 über seinem Atelier. Es gab später auch noch eine Filiale am Goetheplatz 1 in Hannover. Im Adressbuch von 1928/29 wird Fritz Walkenhorst mit Georg Walkenhorst als Besitzer des Ateliers am Goetheplatz 1 geführt. Das Atelier in der Deisterstraße 2 gab es nun nicht mehr. 1934 wird nur noch Georg Walkenhorst geführt.

CDV (Carte de Visite) | KAB (Kabinettfoto) Archiv - Atelier Fritz Walkenhorst

Ateliers und Fotografen aus Hannover

  • Atielier Gustav A. Abel
    Königstraße 52.
  • Atelier Karl Achenbach
    Königstraße 52., gegr. vor 1914
  • Atelier Gebr. Barges
    Calenberger Straße 23. / Wagnerstraße 1.
  • Atelier H. Barten
    Georgstraße 1., gegr. vor 1921
  • Photograph B. Berger
    Schillerstraße 34 a.
  • Atelier August Bies
    Schillerstraße
  • Atelier E. Bohrmann
    Heinrichstraße 15.
  • Atelier Emil Buch
    Welfenplatz 11.
  • Photographisches Atelier Hermann Ernst,
    dann Wilhelm Ernst Angerstraße 13 a.
  • Atelier Electra
    Georgstraße 17., Haus Rocholl
  • Atelier Jean-Babtiste Feilner
    Georgstraße 25.
  • Atelier Will. Focke & Ernst Ahlfeld
    Langelaube 25.
  • Atelier Richard Freundt
    Feld Straße 2 a.
  • Atelier Paul Frommelt
    Luisenstraße 8. / Cellerstraße 19.
  • Atelier August Giesecke
    Welfenplatz 16 a.
  • Atelier H. Gläscher
    Große Aegidienstraße 3.
  • Fotografisches Atelier Oskar Goetze
    Heiligen Straße 3.
  • Atelier Arno Graeb
    Voss Straße 32.
  • Anstalt für Vergrösserung und Fotografie
    Atelier Hannovera

    Große Packhofstraße 34.
  • Atelier Paul Hassert
    Welfenplatz 16 a.
  • Atelier Gustav Haupt
    Bischofsholer Damm 7.
  • Photographisches Atelier Ferd. Hennig
    Nikolaistraße 45.
  • Photographisches Atelier G. Heller
    Friesenstraße 17.
  • Photographisches Atelier Julius Helmke
    Mehlstraße 6.
  • Atelier Hesse
    Große Packhofstraße 34., vorher Georgstraße 16.
  • Atelier für moderne Portrait-Photographie Hannover,
    W. Höffert Nachf.
    Georgstrstraße 42.
  • Atelier Louis Hoyer
    Vahrenwalder Straße 104., gegr. vor 1897
  • Atelier F. Hüsig
  • Atelier W. Kabus
    Christuskirche 11.
  • Photographisches Atelier Fritz Kayser
    Engelbosteler Damm 6. / Nordmannstraße 12.
  • Atelier Georg Knirim
    Georgstraße 18. / Aegidienthorplatz 1.
  • Atelier P. Knoblich
    Georgstraße 1.
  • Atelier W. König
    Bahnhofstraße 4.
  • Photographisches Atelier Chr. Körtling
    Langelaube 40. / Georgstraße 25.
  • Atelier Carl Lambrecht
    Luisenstraße 3.
  • Atelier Gebr. Lampe
    Humboldtstraße 2.
  • Photographisches Atelier Georg Leineweber
    Georgenstraße 30.
  • Atelier Leineweber & Michelmann
    Mehlstraße 6.
  • Atelier Hans Lüders
    Andertensche Wiese 15.
  • Atelier Karl Meier
    Engelbosteler Damm 130.
  • Atelier Wilhelm Mendelson American Bazar
    Georgstraße 11.
  • Modernes Atelier für Photographie und Malerei Merck & Rosenstein Georgstraße 8., Ecke Schiller Straße
  • Atelier Hermann Mevius
    Marienstraße 22 a., gegenüber der Wolfstraße
  • Atelier E. Meyer
    Vahrenwalder Straße 48.
  • Atelier Carl Michelmann
    Mehlstraße 6. / Georgstraße 1. Ecke Münzstraße
  • Atelier Hermann Möbus
    Augustenstraße 15. / Umfuhr 1 a. beim Tivoli
  • Fotografisches Atelier und Vergrösserungsanstalt
    August Nolte
    Holzmarkt 6. (Noltehaus)
  • Photographische Anstalt Wilhelm Nordahl
    Humboldtstraße 1., Ecke Adolfstraße
  • Photographisches Atelier Carl Oppermann
    Engelbosteler Damm 4. / Engelbosteler Damm 82.
  • Atelier C. Pagendorf
    Georgstraße 17.
  • Atelier Photograph Hermann Ramm
    Cellerstraße 146.
  • Atelier Georg Reese
    Schraderstrße 4. / Goseriede
  • Atelier F. Reinecke
    Neuer Weg 3.
  • Atelier F. Renziehausen
    Langelaube 2.
  • Fotografische Anstalt H. Richers
    Celler Straße 146.
  • Atelier Rode
    Nikolaistraße 45. gegr. vor 1897
  • Photographisches Atelier E. Rohrmann
    Heinrichstraße 14.
  • Atelier C. H. Ross
    Cellerstraße 146.
  • Photographisches Atelier Georg Rudloff
    Nikolaistraße 7. / Mehlstraße 5.
  • Atelier Samson & Co.
    Ernst August Platz 5.
  • Atelier C. Schrader`s Nachfolger
    Bahnhofstraße 1.
  • Atelier E. W. Schulze, danach Atelier Hesse,
    Georgstraße 16.
  • Atelier Theodor Siebold
    Hainhölzerstraße 46., Hannover
  • Photographisches Atelier Friedrich W. Tilemann
    Flüggestraße 12.
  • Atelier Ernst Tremper
    Celler Straße 19.
  • Atelier H. Trieloff
    Große Packhof Straße 34.
  • Atelier Ernst Wilhelm
    Andreaestraße 13 a.
  • Atelier Eugen Willenius
    Lavesstraße 8.

Ateliers und Fotografinnen aus Hannover

  • Photographische Anstalt Agnes Albers
    Lavesstraße 62.

Ateliers und Fotografen aus Linden-Limmer

  • Atelier H. Brandes
    Ricklinger Straße 19., Linden
  • Porträt Institut K. Himmelreich
    Von-Alten-Allee 23., Linden
  • Atelier W. Kabus
    Ihmebrückstraße 1. (Deisterstraße 1.), Linden
  • Atelier Otto Kamm
    Deisterstraße 2. / Fortunastraße 12.
    Limmerstraße 7., Linden
  • Atelier und Verlag für Photografie Eugen Kipke
  • Atelier Herm. Mackenroth
    Deisterstraße 1., Linden
  • Atelier Hans Meyer
    Am Küchengarten 2. / Limmerstraße 7.
    Spinnereistraße 1., Linden
  • Atelier Chr. Miehe
    Deisterstraße 1., Linden
  • Atelier für Photografie Adolf Nöthel & H. Deike
    Ihmebrückstraße 1. (Deisterstraße 1.), Linden
  • Atelier Carl Oppermann
    Engelbostler Damm 4., Filiale Limmer
  • Atelier Willi Sauerbrei
    Limmerstraße 16., Linden

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / CDV / KAB / Text

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Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Agenten, Bader und Copisten. Hannoversches Gewerbe- ABC 1800-1900
| Ludwig Hoerner | Reichold Verlag | 1995
Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover im Jahre 1927 | Walter Gerlach Verlag Leipzig | 1927
Geschichte der Stadt Hannover I/II | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart | Dirk Böttcher, Dr. Klaus Mlynek,
Dr. Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2002
Hannover in frühen Photographien 1848–1910 | Ludwig Hoerner | Verlag: Schirmer/Mosel | 1979
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart | Dr. Klaus Mlynek,
Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
Wikipedia - Die freie Enzyklopädie
Wikipedia - Bernd Schwabe in Hannover