Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2012
Asta Nielsen
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Asta Nielsen (1881-1972)

Asta Sofie Amalie Nielsen wurde am 11. September 1881 in Kopenhagen/Dänemark geboren.

Portrait und Szenenkarten

Asta Nielsen wuchs in Schweden und Dänemark auf. Ab dem Jahr 1902 war sie in Kopenhagen fest angestellt. Ihr erster Film, Afgrunden (1910), brachte ihr und dem Regisseur Urban Gad (1879-1947) gleich einen Vertrag zur Produktion von mehreren Filmen in Deutschland, der aufgrund des einsetzenden Erfolges bis 1915 verlängert wurde.

Asta Nielsen drehte anfangs ausschließlich unter der Regie ihres damaligen Ehemannes Urban Gad. Meist waren ihre Rollen konfliktbeladene Frauen, deren Verhalten nicht den gesellschaftlichen Konventionen entsprach, so in Der fremde Vogel (1911) und Die arme Jenny (1912). Sie hatte auch Talent für komische Rollen und war beim Publikum damit vor allem in Engelein (1914) so erfolgreich, dass es eine Fortsetzung gab.

1916 ging sie wieder nach Dänemark und kehrte erst nach Ende des Ersten Weltkrieges nach Deutschland zurück, wo sie fortan vorwiegend in Literaturverfilmungen und Dramen auftrat. Zwischen 1920 und 1922 produzierte sie drei Filme selbst. Darunter eine Verfilmung von William Shakespeares (1564-1616) Hamlet, in der sie den Dänenprinzen spielt. Nach der im Film vertretenen Theorie war Hamlet eine als männlicher Thronfolger erzogene Prinzessin, was seine/deren abweisende Haltung gegenüber Ophelia erklären soll, in Wahrheit aber wohl eher Asta Nielsen zu einer interessanten Rolle verhelfen sollte. Herausragend ist auch ihre Darstellung von Frauen am untersten Rand der Gesellschaft in Die freudlose Gasse (1925) und Dirnentragödie (1927).

 

Asta Nielsen war der große Star des Stummfilms, der erste weibliche Filmstar in der Geschichte des Kinos und galt als eines der ersten Sexsymbole. Sie ließ sich nie auf ein Rollenfach festlegen: Sie spielte sowohl gebrochene, leidende Frauen als auch Prostituierte; Tänzerinnen und einfache Arbeiterinnen. Ihre Körpersprache war immer dezent, dabei aber ausdrucksstark.

Ihre Filmkarriere endete mit dem Tonfilm, Asta Nielsen trat nur in einem einzigen Film auf. Obwohl sie eine angenehme Stimme hatte, ging ihr gekonntes Mienenspiel im neuen Medium unter. Filmangebote lehnte sie kontinuierlich ab. Sie widmete sich fortan dem Theater und veröffentlichte 1946 ihre Autobiographie Die schweigende Muse. 1963 wurde sie mit dem Filmband in Gold für ihr langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film ausgezeichnet. Im Jahr 1968 erschien ein von Asta Nielsen produzierter, autobiografischer Dokumentarfilm.

Asta Nielsen starb am 11. September 1972 in in Frederiksberg bei Kopenhagen. Sie wurde auf dem Vestre Kirkegard (Westfriedhof) in Kopenhagen in einem anonymen Gemeinschaftsgrab beigesetzt. Im September 2010 wurde sie mit einem Stern auf dem Boulevard der Stars, am Postdamer Platz in Berlin geehrt.

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1910: Abgründe (Afgrunden)
  • 1911: Nachtfalter
  • 1911: Heißes Blut
  • 1911: Ballettänzerin
  • 1911: Der fremde Vogel
  • 1911: In dem großen Augenblick
  • 1911: Der schwarze Traum
  • 1912: Die Verräterin
  • 1912: Das Mädchen ohne Vaterland
  • 1912: Die arme Jenny
  • 1912: Der Totentanz (Fragment, 429 Meter)
  • 1912: Jugend und Tollheit
  • 1912: Wenn die Maske fällt
  • 1913: Die Sünden der Väter
  • 1913: Die Filmprimadonna
  • 1913: Die Suffragette
  • 1913: S1
  • 1913: Das rosa Pantöffelchen
  • 1914: Engelein
  • 1914: Zapatas Bande
  • 1914: Die falsche Asta Nielsen
  • 1914: Weiße Rosen
  • 1915: Vordertreppe - Hintertreppe
  • 1916: Das Liebes-ABC
  • 1916: Das Eskimobaby

 

  • 1916: Dora Brandes
  • 1916: Im Lebenswirbel
  • 1916: Die Börsenkönigin
  • 1917: Das Versuchskaninchen
  • 1919: Rausch
  • 1919: Das Ende vom Liebe
  • 1919: Der Fackelträger (Mod lyset)
  • 1920: Der Reigen - Ein Werdegang
  • 1921: Hamlet
  • 1921: Irrende Seelen/Sklaven der Sinne
  • 1921: Fräulein Julie
  • 1921: Die Geliebte Roswolskys
  • 1922: Vanina - Die Galgenhochzeit
  • 1922: Der Absturz
  • 1923: Erdgeist
  • 1924: Lebende Buddhas
  • 1924: I.N.R.I.
  • 1925: Die freudlose Gasse
  • 1926: Laster der Menschheit
  • 1927: Dirnentragödie
  • 1927: Gehetzte Frauen
  • 1927: Kleinstadtsünder
  • 1927: Das gefährliche Alter
  • 1932: Unmögliche Liebe

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarte / Text

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