Anzeiger-Hochhaus | Städt. Badeanstalt (Goseriedebad) | Nikolai-Kapelle | Hölty-Denkmal
Anzeiger-Hochhaus Das Anzeiger-Hochhaus wurde von 1927 bis 1928 errichtet. Das Gebäude ist mit seiner 12 m hohen, grünen Dachkuppel ein Wahrzeichen der Stadt Hannover und war eines der ersten Hochhäuser Deutschlands. Das Hochhaus gehört zu den wenigen repräsentativen Großgebäuden Hannovers, die den Zweiten Weltkrieg fast unbeschädigt überstanden haben. Der 51 m hohe Stahlskelettbau mit dunkelroter und teilweise goldglasierter Klinkerfassade entstand nach einem Entwurf von Fritz Höger (1877-1949). Die Fassade ist mit dekorativen Elementen an gotisierenden und expressionistischen Detailformen versehen. Das Anzeiger-Hochhaus wird der Stilrichtung der expressionistischen Architektur („Backstein-Expressionismus“) zugerechnet. Weitere Gebäude dieser Art und Epoche in Hannover sind das 1926 fertiggestellte Franzius-Institut (damals: Institut für Bauingenieurwesen) an der Nienburger Straße, das 1929 bis 1930 errichtete Capitol-Hochhaus am Schwarzen Bären und der im Jahr 1931 nach Plänen von Karl Elkart (1880-1959) fertiggestellte Neubau der Stadtbibliothek Hannover an der Hildesheimer Straße (erstes Bibliotheks-Hochhaus in Europa).
Goseriede mit Anzeiger Hochhaus | 15.06.1954 Erbaut wurde das zehngeschossige Hochhaus als Verlagshaus der Hannoverschen Verlagsgesellschaft Madsack, Herausgeberin des Hannoverschen Anzeiger, vorläufer der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) und der Neuen Presse (NP). Nach dem Zweiten Weltkrieg erschien hier erstmals die von Rudolf Augstein (1923-2002) herausgegebene Zeitschrift DER SPIEGEL, die Redaktion verlegte aber bereits 1949 ihren Sitz nach Hamburg. Im Jahr 1962 waren in dem als Pressehaus genutzten Anzeiger-Hochhaus über 800 Mitarbeiter beschäftigt. Ab 1974 verließ Madsack das Gebäude.
Cafe-Restaurant Hochhaus | 15.05.1943 |
Hochhaus mit Planetarium a.d. Goseriede | 17.02.1928
Hochhaus mit Planetarium a.d. Goseriede | 18.06.1930 Heute befindet sich in dem Gebäude die HIS Hochschul-Informations-System GmbH. Das Anzeiger-Hochhaus ist Teil des Medienzentrums Hannover. TV-Sender wie RTL und Sat.1, sowie Radio ffn und Hitradio Antenne haben hier Abteilungen oder Lokalredaktionen untergebracht. Unter der grünen, weithin sichtbaren Kuppel, in der einst ein modernes Planetarium untergebracht war, befindet sich heute das Hochaus-Programm-Kino. Nordöstlich schließt sich der Gebäudekomplex des 1905 fertiggestellten Goseriedebades an, der heute von der Kestnergesellschaft (Kestner-Museum) genutzt wird. Im Erdgeschoss befindet sich auch noch eine Geschäftsstelle der Madsack Verlagsgesellschaft. Die Geschäftsräume im Erdgeschoss weisen eine sehenswerte Deckenkonstruktion mit Licht- und Dekorelementen auf, die nach dem Architekten Fritz Höger als das „Högersche Auge“ bezeichnet wird. |
Die Städt. Badeanstalt (Goseriedebad)
Das Goseriedebad, wurde von 1902 bis 1905 von dem damaligen Stadtbaurat und späteren Abgeordneten des Provinziallandtages Carl Wolff (1860-1929), als ein im Jugendstil gestaltetes Warmwasserbad, erbaut.
Städtische Badeanstalt | 23.12.1907 Das Goseriedebad wurde am 24. September 1905 eröffnet.
Städtische Badeanstalt | 11.12.1907 |
Neue Hannoversche Badeanstalt
Neue Hannoversche Badeanstalt 1990 erwarb die Verlagsgesellschaft Madsack das Gebäude und bot Teile (des Damenbades und die Eingangshalle mit sämtlichen Nebenräumen) der Kestnergesellschaft (Kestner-Museum) zur Nutzung an. Das Herrenschwimmbad wurde vom Rundfunksender Radio ffn übernommen. Nach einem international besetzten Architektenwettbewerb mit Unterstützung der NORD/LB wurde das Haus von den hannoverschen Architekten Kai-Michael Koch, Anna Panse und Andreas Christian Hühn in Zusammenarbeit mit der Kestnergesellschaft bis 1997 umgebaut und im gleichen Jahr mit dem BDA-Preis ausgezeichnet. Das Kestner-Museum verfügt mit fünf Hallen auf zwei Ebenen über insgesamt 1500 m² Ausstellungsfläche. Ausserdem gehört zum Museum eine Bibliothek, eine Buchhandlung und ein Bistro-Restaurant. |
Die Nikolai-Kapelle
|
Die Nikolaikapelle wurde nach dem hl. Nikolaus von Myra benannt. Die Kirche wurde 1284 erstmals als "capella leprosorum extra muros" (Leprosenkapelle vor der Stadtmauer) erwähnt. Sie diente als Gotteshaus für das Nikolaistift, das vor der Stadtmauer an der Pest erkrankte Menschen, (Lepra-) Aussätzige und Arme pflegte. Nach der Reformation im 16. Jh. diente das Kirchengebäude als Friedhofskapelle des St. Nikolai-Friedhofes, auf dessen Gelände sie sich befindet, heute ein Parkgelände. Er wurde im 13. Jh. außerhalb der Stadtmauer nahe dem Steintor angelegt. Während der 5-jährigen Bauzeit der Christuskirche (1859-1864) diente die Nikolaikapelle als Gotteshaus für die neu gegründete Gemeinde. Danach war sie bis Anfang 1914 das Gotteshaus der englischen Gemeinde in Hannover. Engl. Kirche | 29.06.1903 Nicolai-Capelle (Englische Kirche) | 22.08.1903 1943 erlitt die Kapelle schwere Schäden bei einem alliierten Bombenangriff. Es blieben nur die Außenmauern erhalten. 1953 wurde der größere Gebäudeteil, das Kirchenschiff, aus verkehrsplanerischen Gründen abgerissen. Dies hielt man für notwendig, um eine vierspurige Fahrbahn und einen Verkehrskreisel in diesem Bereich zu bauen. Die heute vorhandenen Ruinenreste sind der vordere gotische Chorraum der ehemals wesentlich größeren Kapelle. Der Gebäudeteil aus Kalkbruchsteinen wird auf das Jahr 1325 datiert. Heute stehen die Ruinenreste der Kapelle, umgeben von alten Grabsteinen, in einem parkähnlichen Gelände, das bis 1866 der St. Nikolai-Friedhof war. An den Außenwänden sind gut erhaltene Grabsteine aus dem 16. bis 18. Jh. zu sehen. Unmittelbar an den Mauerresten führt die Goseriede Straße zum Klagesmarkt vorbei. Die Ruine erinnert als Mahnmal an den letzten Krieg. |
Hölty-Denkmal
Das Denkmal wurde zur Erinnerung an den deutschen, volkstümlichen Dichter Ludwig Christoph Heinrich Hölty (1748-1776) auf dem St. Nikolai-Friedhof 1901 auf gestellt. Die Bronzefigur eines Jünglings, an einem Steinsockel mit dem Porträt lehnend wurde 1901 von Otto Lüer (1865-1947), das Porträt-Medaillon stammt von Karl Gundelach (1856-1920), geschaffen. Die genaue Lage des Grabs auf dem Nikolai-Friedhof ist heute unbekannt. Die Gedenkverse stammen von Nikolaus Lenau (1802-1850): "Hölty, Dein Freund der Frühling ist gekommen. Klagend irrt er im Hause, Dich zu finden. Doch umsonst, sein klagender Ruf verhallt in einsamen Schatten."
Höltydenkmal | 23.10.1903
Weitere Anzeiger-Hochhaus | Städt. Badeanstalt (Goseriedebad) und Nikolai-Kapellen-Karten |
Höltydenkmal | 30.11.1904
Hölty-Denkmal | 06.05.1902 |
Literatur- und Quellenverzeichnis
|
Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text Wer etwas zu berichten oder zu berichtigen hat kann
sich gerne beteiligen. Geschichte der Stadt Hannover I/II
| Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag
| 1994 |












